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Therapie ErwachseneTherapie Erwachsene

 

Folgende STÖRUNGSGEBIETE werden von mir behandelt:

 

Sprachstörungen

Aphasie

 

Sprechstörungen

Sprechapraxie

Dysarthrie / Dysarthrophonie

Stottern

Poltern

 

Stimmstörungen

Dysphonie

Aphonie

Dysodie

 

Schluckstörungen

Dysphagie

 

 

Sprachstörungen


Aphasie

Eine Aphasie (griechisch = Sprachlosigkeit) ist eine erworbene Störung der Sprache, die nach abgeschlossenem Spracherwerb  aufgrund einer Läsion (Schädigung) in der dominanten, meist linken Hemisphäre des Gehirns auftritt.  Es können in den verschiedenen sprachlichen Modalitäten wie Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben Beeinträchtigungen auftreten. Ebenso können aber auch nichtsprachliche Bereiche in unterschiedlichen Schweregraden betroffen sein, weshalb man bei einer Aphasie auch von einer multimodalen Störung spricht. Wichtig ist hierbei eine möglichst früh ansetzende logopädische Behandlung.


Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall
  • Aneurysma
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Gehirnblutung nach Venenthrombose
  • Hirntumore
  • Enzephalitiden (Gehirnentzündung)
  • Hirnabszess (Folge einer Entzündung)
  • Hirnathrophie (Schrumpfen des Gehirns)
  • Intoxikation

 

Einteilungen

Standardaphasien

  • Amnestische Aphasie
  • Broca-Aphasie
  • Wernicke-Aphasie
  • Globale-Aphasie

Sonderformen

  • Leitungsaphasie
  • Transkortikal-motorische Aphasie
  • Transkortikal-sensorische Aphasie
  • Gemischte transkortikale Aphasie

1/3 aller Aphasien sind jedoch nicht klassifizierbar.

 

Therapie


Die Therapie variiert stark nach den jeweiligen Symptomen.
Innerhalb der Aphasie-Therapie gibt es ein großes Repertoire an Therapiemethoden. 

 

Sprechstörungen

1) Dysarthrie / Dysarthrophonie


Die Dysarthrie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Sprechstörungen, die durch erworbene Schädigungen des Gehirns bzw. der Hirnnerven und der peripheren Gesichtsnerven verursacht werden. Sowohl die Steuerung als auch die Ausführungen der Sprechbewegungen können dabei beeinträchtigt sein und somit kann die Artikulation von Lauten verformt bis unverständlich verwaschen klingen. Die Anarthrie ist hierbei die schwerste Störungsform und kann sich darin zeigen, dass Betroffene völlig unfähig sind, Sprechbewegungen auszuführen. Manchmal ist nicht einmal mehr das Hauchen eines Lautes möglich. Bei dieser Art von Sprechstörung sind die am Sprechvorgang beteiligten Muskeln und Organe ebenso wie das sprachliche Wissen intakt. Die Störung liegt hier bei der Innervation der Sprechmuskulatur. Betroffen sind die Funktionen der Lippen, des Kiefers, der Zunge, des Gaumensegels sowie die Atmung und der Kehlkopf.


Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall
  • Schluckstörungen
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Kleinhirn- oder Hirnstammläsionen
  • Chorea minor (Sydenham)= postinfektiös-autoimmun ausgelöste Chorea
  • Häufig im Zusammenhang mit Degenerativen Erkrankungen: Morbus Parkinson, MS, ALS, Chorea major (Huntington)

Einteilungen


Je nach Störungsbild kann man die Dysarthrie wie folgt unterscheiden:

  • spastische Dysarthrie
  • schlaffe Dysarthrie
  • rigid-hypokinetische Dysarthrie
  • hypokinetische Dysarthrie
  • hyperkinetische Dysarthrie
  • ataktische Dysarthrie
  • gemischte Dysarthrie: tritt am häufigsten auf

Therapie

  • Entspannung/Lockerung
  • Atmung
  • Sensibilität/Mundmotorik
  • Phonation/Stimmgebung
  • Prosodie/Betonung
  • Artikulation


2) Sprechapraxie


Die Sprechapraxie ist eine artikulatorische Störung, bei der die sprechmotorische Planung und Programmierung beeinträchtigt ist, die am Sprechen beteiligten Muskeln jedoch vollständig intakt sind. Betroffen ist die Transformation des Outputs von der (abstrakten) phonologischen Ebene zur (konkreten) motorischen Ebene. D. h. die Bewegungsplanung beim Sprechen ist betroffen. Die Sprechapraxie ist meist an eine Aphasie und/oder Dysarthrie gebunden und tritt nur selten isoliert auf. Verursacht wird sie durch eine zentrale Schädigung der sprachdominanten Hemisphäre. Charakteristisch ist eine gestörte Bildung der Laute, verbunden mit Suchbewegungen der Artikulationsorgane beim Sprechen oder auch das Auftreten von inkonstantem Fehlermuster.

 

Mögliche Ursachen

  • Hirntumore
  • Hirnblutungen
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • neurochirurgische Eingriffe
  • Degenerative Erkrankungen (z.B. Alzheimer)
  • (linkshemisphärischer ischämischer) Schlaganfall
  • Zerebrale entzündliche Prozesse (z.B. Enzephalitis)

 

Einteilungen

  • Leichte Sprechapraxie
  • Mittelschwere Sprechapraxie
  • Schwere Sprechapraxie

 

Therapie

  • Motivation
  • Arbeit an Artikulation und Prosodie
  • Verbesserung der Selbstwahrnehmung
  • Nachsprechen, Mitsprechen
  • Lautes Lesen
  • Satzergänzungsaufgaben
  • Bild- und Situationsbeschreibungen
  • Dialoge
  • Rollenspiele
  • In-vivo-Training

 

Welche Vermittlungstechniken/-modalitäten werden in der Therapie angewandt?

  • Auditive Vermittlungstechniken (Vorsprechen, verbale Erklärungen)
  • Visuelle Vermittlungstechniken (Spiegel, Mundbild, Zeichnungen, Fotos, Speech-Trainer,…)
  • Taktil-kinästhetische Vermittlungstechniken (Spatel, Hand des Therapeuten, Taktkin)

TAKTKIN ist ein logopädischer Behandlungsansatz zur Behandlung sprechmotorischer Störungen. Durch spezielle Handführung des Therapeuten/der Therapeutin am Patienten werden Sprechbewegungen neben der auditiven und visuellen Vorgabe auch taktil-kinästhetisch unterstützt. Hierfür fehlt mir persönlich jedoch die vorausgesetzte Fortbildung.

                      Für weitere Informationen stehe ich Ihnen aber gerne zur Verfügung.

 

3) Stottern


Stottern ist eine Redefluss- oder Sprachablaufstörung, bei der es nicht nur gelegentlich, sondern auffallend häufig zu Unterbrechungen im Redefluss kommt. Ein Stotterer weiß genau was er sagen will, ist aber im Augenblick des Stotterns unfähig, die für die Umsetzung des sprachlichen Inhaltes erforderlichen Artikulationsbewegungen fließend auszuführen. Das Stottern zeigt sich sowohl in Kern- als auch in Begleitsymptomen. Die Kernsymptome bezeichnen das eigentliche, hörbare Stottern. Es kann zu Wiederholungen, Dehnungen oder sogar zu Blocks innerhalb des Sprechaktes kommen. Unter Begleitsymptome versteht man jene Symptome, die der Stotterer als Kompensation anwendet. Sie können auf folgenden Ebenen auftreten: Motorische Ebene (Augenbewegungen, Fingerbewegungen, Verspannungen und zittern), Sprachliche Ebene (Vermeidungsverhalten oder sprachliches Ausweichen auf ein anderes Wort), Soziale Ebene (Sprechen oder Blickkontakt vermeiden), Atmung, Stimme (flüstern). Die Begleitsymptome verstehen sich als Reaktion auf die Kernsymptome und entwickeln sich aus dem Versuch heraus, die Stottersymptome zu beenden oder zu vermeiden. Schlussendlich sind sie jedoch disfunktionell und verstärken das Stottern eher.


Mögliche Ursachen


Bisher wurden noch keine spezifischen Ursachen für Stottern herausgefunden. Es handelt sich offenbar um ein multifaktorielles Geschehen, bei dem man disponierende-, auslösende- und aufrechterhaltende Faktoren unterscheidet die psychologisch, psycholinguistisch und/oder psychosozial bedingt sein können.

  • Disponierende Faktoren: Vererbung, prä-, peri-, postnatale Einflüsse, frühkindliche Entwicklungsbedingungen
  • Auslösende Faktoren: Faktoren und Ereignisse, die dem Erstauftreten unmittelbar zeitlich voraus gehen/damit zusammen fallen
  • Aufrechterhaltende Faktoren: Reaktionen des Stotternden und/oder der Umwelt auf das Stottern des Betroffenen
  • physiologisch: Motorik, sensorische Wahrnehmungsprozesse, Vererbung,Reaktionszeit, zerebrale Dominanz
  • psycholinguistisch: Sprach- und Sprechentwicklung, Semantik, Phonologie, Syntax,  Prosodie, Pragmatik
  • psychosozial: Persönlichkeits-, Einstellungs-, Verhaltensmerkmale des Betroffenen/der Umgebung, Familieninteraktionen, intrapsychische Besonderheiten des Stotternden

 

Therapie


Innerhalb der Therapie werden sowohl die Kern- als auch die Begleitsymptome gleichermaßen behandelt. In der Stotter-Therapie gibt es sowohl direkte als auch indirekte Therapieansätze. Die direkten Methoden setzten gezielt am Stottern an. Sie sind stark konfrontativ und erfordern eine bestimmte Sprechtechnik. Die indirekten Therapieansätze konzentrieren sich weniger auf das eigentliche Stottern als vielmehr auf die umliegenden Faktoren wie Stärkung des Selbstvertrauens, Entspannung und Tonusregulierung. Ich persönlich therapiere bei Erwachsenen nach dem Prinzip von Van Ripper und Sandrieser/Schneider und vertrete damit die direkten Methoden. Für eine umfangreiche Auskunft über die möglichen Therapieansätze stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

 

4) Poltern

Poltern ist eine Redefluss- oder auch Sprechstörung,  die sich in einem gehäuften Auftreten phonetischer Auffälligkeiten zeigt. Das Sprechen ist schwer verständlich, da es sich nicht fließend anhört. Im Gegensatz zum Stottern zeigen sich beim Poltern wenig Anstrengungen und Nebenbewegungen beim Sprechen. Das Störungsbewusstsein ist in den Momenten, in denen die Problematik auftritt meist nicht sehr ausgeprägt. Das Poltern ist gekennzeichnet durch einen gestörten Sprechrhythmus, wenig Bewusstsein über das Sprechtempo und den Redefluss, Auslassung und Verschmelzung von Lauten und Silben, Lautersetzungen und Lautveränderungen. Oftmals kommt es auch zu Silben-, Laut-, Wort- und Satzwiederholungen.

 

Mögliche Ursachen


Die Ursache von Poltern ist bisher weitestgehend ungeklärt.

  • Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen
  • Kontrollstörungen
  • Planungsstörungen
  • Timingsstörungen

 

Einteilungen

Obligatorische Symptome:

  • Auffallend schnelle und unregelmäßige Sprechgeschwindigkeit
  • Verschmelzungen von Silben und Lauten (Elision), Laut, -Ersetzungen, -Veränderungen und Versprecher
  • Unflüssigkeiten, Floskeln, Dehnungen, Satzabbrüche und Wiederholungen

Fakultative Symptome:

  • Sprachstörungen/Sprachgestaltungsschwächen
  • Semantische- oder Wortfindungsstörungen
  • Pragmatische Störungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen

 

Therapie


Anders als beim Stottern gibt es in der Poltertherapie keine festgelegten Therapieprogramme, aber ebenso wie beim Stottern werden sowohl psychosoziale Symptome als auch die Auffälligkeiten am Redefluss gleichermaßen therapiert.

  • Verbesserung der Selbstwahrnehmung
  • Pausensetzung/Reduktion der Sprechgeschwindigkeit
  • Atmung

 

Stimmstörungen

1) Dysphonie

Die Dysphonie bezeichnet eine Erkrankung der Stimme, die einhergeht mit Veränderungen des Stimmklanges, eingeschränkter Belastbarkeit der Stimme und Missempfindungen oder sogar Schmerzen im Hals- und Kehlkopfbereich. Eine Heiserkeit der Stimme ohne akuten Infekt, die länger als vier Wochen besteht, muss unbedingt ärztlich abgeklärt werden.


2) Aphonie

Fehlt der Stimmklang vollständig, spricht man von einer Aphonie.


3) Dysodie

Ist die Bezeichnung für die Störung der Singstimme.

 

Mögliche Ursachen


Funktionell:

  • Hohe Stimmanforderung bei Berufssprecher/innen oder Sänger/innen
  • Gewohnheitsmäßig lautes und/oder hohes/tiefes Sprechen

Organisch:

  • Entzündliche Erkrankungen (akute/chronische Laryngitis)
  • Sekundär organische Veränderungen an den Stimmlippen und des Kehlkopfes
    (z.B. Stimmlippenknötchen, Ödeme, Operationen an den Stimmlippen/der Schilddrüse)
  • Stimmlippenlähmungen (z.B. nach Schlaganfall, Schilddrüsen- oder Herzoperationen)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
    (insbesondere Erkrankungen der Muskulatur bzw. der Wirbelsäule)
  • Hormonelle Einflüsse (z.B. Menopause, Schwangerschaft, endokrinologische Erkrankungen)
  • Neurologische Erkrankungen (z.B. Morbus Parkinson, Multiple Sklerose)
  • Entfernung des Kehlkopfes (Laryngektomie)

Psychogen:

  • Psychischer Stress
  • Trauma
  • Depressionen

 

Therapie


Ich therapiere folgende Stimmstörungen:

  • Funktionelle, organische und psychogene Dysphonie
  • Aphonie
  • Dysodie

 

Therapieschritte

  • Haltung/Tonus
  • Atmung
  • Phonation
  • Artikulation
  • Selbstwahrnehmung

 

Therapiemethoden

In der Stimmtherapie gibt es ein großes Repertoire an Therapieansätzen.
Ich persönlich habe mich auf keine bestimmte Methode festgelegt, sondern variiere vielmehr je nach individuellem Störungsprofil.

 

Um nur einige zu nennen

  • PST (Personale Stimmtherapie bei psychogenen Stimmstörungen)
  • Methode nach Helene Fernau-Horn (Funktionelles Stimmtraining)
  • FST
  • Coblenzer-Muhar (AAP=Atemrhythmisch angepasste Phonation)
  • Ilse-Middendorf („Der erfahrbare Atem“)
  • Übungen nach Marion Herman-Röttgen/Erhard Miethe

 

Schluckstörungen

 

Dysphagie

Von einer Schluckstörung (Dysphagie) spricht man, wenn Flüssigkeiten, Nahrung oder Speichel nicht sicher vom Mund über die Speiseröhre in den Magen transportiert werden können, sondern in die Atemwege eindringen (Aspiration). Die lebensbedrohliche Komplikation bei Dysphagie ist die Lungenentzündung (Aspiratiospneumonie).

 

Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall
  • Amyothrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Multiple Sklerose
  • Chorea Hungtington
  • Parkinson Syndrom
  • Demenz
  • Infektionen
  • Tumore
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Enzephalitiden
  • HIV-Infektionen

 

Einteilungen der Dysphagiesymptome

Direkte Symptome:
Die direkten Symptome treten unmittelbar bei der Nahrungsaufnahme auf und können jede Phase des Schluckvorgangs betreffen.

  • Husten vor, während oder nach dem Schluckakt
  • Feuchte Stimme (wet voice) nach dem Schlucken
  • Brodelnde Atemgeräusche nach dem Schlucken
  • Dyspnoe nach Schlucken
  • Steckenbleiben der Nahrung und Unfähigkeit zu weiterem Schlucken
  • Erbrechen direkt nach dem Schlucken
  • Austritt der Nahrung aus der Nase

Indirekte Symptome:
Die indirekten Symptome treten außerhalb der Nahrungsaufnahme auf.

  • Gewichtsabnahme und Exsikkose (Austrocknung)
  • Unklare Temperaturerhöhung
  • Verschleimung und Räusperzwang
  • Gehäufte Infekte der unteren Luftwege (Bronchitis, Lungenentzündung)
  • Beeinträchtigung der Lungenfunktion
  • Raue, heisere Stimme
  • Ständiges Räuspern
  • Fehlender/verstärkter Würgreflex
  • Sensibilitätsstörung
  • Lähmung im Gesicht (z.B. schlaffe Zunge)

 

Therapie
restituierende Maßnahmen:

  • teilweise oder komplette Wiederherstellung der Funktionen
    (z.B. durch Training der am Schlucken beteiligten Muskulatur)

kompensierende Maßnahmen:

  • Einsatz von Ersatzstrategien (Haltungsänderungen, Schlucktechniken):
    Änderungen der Kopf- und Körperhaltung zur Ausnutzung der Schwerkraft oder Weitung/Einengung des Rachens/Kehlkopfes
  • Dysphagiediät
  • Eindicken von Flüssigkeit bei neurogenen Störungen
  • Weiche bzw. passierte Kost bei organstrukturellen Erkrankungen
  • Sitz- und Lagerungshilfen
  • Spezielle Trink- und Esshilfen
  • Kausäckchen

adaptierende Maßnahmen:

  • Dysphagiediät
  • Eindicken von Flüssigkeit bei neurogenen Störungen
  • Weiche bzw. passierte Kost bei organstrukturellen Erkrankungen
  • Sitz- und Lagerungshilfen
  • Spezielle Trink- und Esshilfen
  • Kausäckchen

 

Quellenangaben
(Quelle: dbl e.V., 2014), Wikipedia, Anette Fox (2008),…